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1. Februar 2011

La Musée de la Vie Romantique




Die kleine Straße am Eingang zum Musée de La Vie Romantique führt in eine verwunschene Welt inmitten der Großstadt. Wer, bereits gewöhnt an den schnellen Schritt der Pariser, die schnurgerade Rue Chaptal im 9. Arrondissement hinuntereilt, kann die schmale Gasse leicht übersehen. Nur die Kastanie, deren dunkles Grün im Sommer bis auf die Straße hinaus-wächst, und ein kleines goldenes Schild weisen den Weg. Am Ende der kopfstein-gepflasterten Gasse passiert der Besucher die kleine Billeterie.

Dahinter öffnet sich der Vorhof des romantischen Wohnhauses, in dem über 30 Jahre der niederländische Künstler Ary Scheffer lebte. Neben seinen Werken und persönlichen Gegenständen finden sich dort auch Erinnerungsstücke an seine Freunde, den Komponisten Franz Liszt und die Schriftstellerin George Sand. Hinter einem mächtigen Baum beinah verborgen, schmiegt sich ein kleines Glashaus mit eisernen Trägern an die Seite des Hauses. Das ehemalige Atelier des Künstlers beherbergt heute ein Café, Schmuckstück aus einer verlorenen Zeit. Der Duft warmer Madeleines liegt in der Luft, mischt sich mit dem Geruch der blühenden Rosen, die den kleinen Kiesplatz mit den grünen Bistrostühlen einrahmen. Der Lärm der Stadt rauscht in weiter Ferne, Zitronenfalter tanzen über dem Lavendel, ein Mädchen liest Proust...

Das Musée de La Vie Romatique ist ein Tipp für Familien mit ganz kleinen Babys oder mit Kindern ab etwa 5 Jahren. Herumtobende Kleinkinder sind hier eher fehl am Platze, krabbelnde Babys werden versuchen, die Kieselsteine zu essen und die anderen Besucher sind über lautes Geschrei an diesem Ort eher unerfreut. Wer jedoch einen ruhigen Platz zum Stillen seines Säuglings sucht, ist hier genau richtig.

Besonders empfehlenswert sind die Führungen für Kinder - sofern Sie etwas Französisch beherrschen und übersetzen können. Für die 7-8jährigen verwandelt sich die Erzählerin in George Sand und berichtet aus ihrem Leben, für die Kleinen gibt's Grimms Märchen. Die Vorstellung ist ausgesprochen lebendig und mitreissend, was vor allem an der Schauspielerin liegt, die ihr junges Publikum allein schon durch ihre Stimme fesselt.


Adresse: Hôtel Scheffer-Renan
16, rue Chaptal
75009 Paris

Metro: Linie 12 (Station Pigalle)

Öffnungszeiten: täglich 10:00-18:00 Uhr, montags Ruhetag

Eintritt: Dauerausstellung und Zugang zum Gartencafé gratis!
Sonderausstellungen: bis 14 Jahre frei, Erwachsene 7,00 Euro

Kinderführungen: mittwochs 14:00 Uhr. Preis: 3,50 Euro





La Halle Saint Pierre







Ein guter Platz, um bei schlechtem Wetter eine Pause in Montmartre einzulegen. Das kleine Museum am Fuss der Sacre Coeur hat sich auf Naive Kunst spezialisiert. Dies freut auch den Kleinen, denn die oft farbenfrohen Bilder findet er sogar mit 18 Monaten schon interessant. Und es regt offenbar die Phantasie an: Ein paar Stifte in der Tasche, eine Serviette aus dem netten Café im Erdgeschoss und schon kann es losgehen. Das Café ist auch sonst eine besondere Erwähnung wert, denn gibt es viel Platz zum rumlaufen oder krabbeln und selbst der Buggy steht niemandem im Weg. Sogar herzumflitzende Kinder stören hier nicht. Das ist mehr als ungewöhnlich in dieser Stadt. Unkompliziert ist auch der Service: Kaffee und den hervorragenden Kuchen holt man sich selbst an der Theke ab. Besonders empfehlenswert sind die besonderen Teesorten (Sie werden schon sehen). In der kleinen Museum-Buchhandlung gibt es Kunstliteratur, Postkarten und ungewöhnliche Kinderbücher. Achtung: Das Museum und das Café schließen ihre Kassen bereits um 17:30 Uhr!

Adresse: 2, Rue Ronsard
75018 Paris

Metro: Linie 2 (Stationen Barbès-Rochechouard, Anvers), Linie 4 (Stationen Barbès-Rochechouard, Chêateau Rouge), Linie 12 (Station Abbesses)

Öffnungszeiten: täglich 10:00 - 18:00 Uhr

nur im August: 12:00 - 18:00 Uhr, am Wochenende geschlossen

Eintritt: Zugang zum Café gratis
Ausstellung: 7,50 Euro